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Über die Proteste im Iran.
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Wer wie Jürgen Elsässer eine deutsche Volksinitiative gründet, um auch in Deutschland die „Strichjungen des Finanzkapitals“ in den „Darkroom“ des Volksempfindens zu befördern, hat ein gewisses Gespür dafür, wo das Moment der Protestbewegung liegt, das nicht mit dem Regime identisch ist. „Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.“ Was die Protestierenden offenkundig eint, ist nicht die Parole, alles Private ist politisch, sondern dessen Verteidigung gegen Tugendwächter, die in den letzten Jahren immer öfter darin eingedrungen sind. In diesem Bezugspunkt liegt ihre Stärke wie ihre Schwäche. Darum wählten sie, wer ihnen als Repräsentant der Privatheit galt: Mir Hussein Moussavi, in den 80er Jahren Premierminister und für namenlose Greuel verantwortlich, hatte sich, danach als Architekt und Maler arbeitend, zurückgezogen. Seinen Erfolg im Wahlkampf verdankte er nicht zuletzt der Unterstützung durch seine Frau, eine Bildhauerin und Autorin, die aber einmal Rektorin der Frauenuniversität war und sich als Beraterin des Präsidenten Khatami an den politischen Verbrechen des Regimes beteiligte, ehe auch sie privatisierte. |
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Zur Kritik der europäischen Neokonservativen
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Jede Nation scheint die Neokonservativen zu haben, die sie verdient. In den USA sind es politische Berater, die sich an den Platon- und Maimonides-Exegesen von Leo Strauss geschult haben; in Frankreich Moralisten nach dem Vorbild Voltaires und Zolas; und in Deutschland Komiker in der Tradition von Roda Roda. Aber entscheidend dafür, ob sie etwas gegen den Wahn vermögen, der in Gestalt des Islams und der Linken um sich greift, ist ihre Fähigkeit, die inneren Widersprüche der eigenen Gesellschaft und damit die Grenzen des Liberalismus im Politischen auszuloten — in welchen Ländern und mit welchen Voraussetzungen auch immer. Sind sie dazu nicht imstande, können sie ebensogut als Neoliberale firmieren — wie Friedrich Hayek, Milton Friedman u.a., die der „unsichtbaren Hand“ des Marktes rücksichtslos vertrauen, und rücksichtslos heißt hier auch, daß es nicht darauf ankommt, welches politische Bewußtsein die Bürger haben, befinden sie sich doch ohnehin in Gottes Hand. Liberale Illusionen im Politischen zu zerstören, um den Liberalismus vor seiner Selbstzerstörung zu bewahren, kennzeichnet demgegenüber ein Denken, das neokonservativ in einem bestimmten Sinn genannt werden kann: es zielt aufs Bewußtstein der Bürger selber; weiß von dessen prekärer Zusammensetzung. [1] Und darin überschneiden sich seine Befunde manchmal mit den besten Traditionen der europäischen Aufklärung, deren emanzipatorisches Potential es jedoch immer nur auf jenes „Minimum an Freiheit“ (Franz Neumann) beschränkt wissen will, das die bürgerliche Gesellschaft offerieren kann. Aber aus der Verteidigung dieses Minimums ergibt sich für jemanden wie Norman Podhoretz zwingend, daß die US-Politik nicht mehr nach der altgedienten Maxime gegenüber befreundeten Diktatoren verfahren soll: „Er mag ein Hurensohn sein — aber er ist unser Hurensohn.“ |
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Eliminierung der Widersprüche |
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Geschichte der neuen deutschen Volksfront (proisraelisch) - kurzer Lehrgang Eine Antwort auf den Artikel "Juden als nützliche Idioten" von Ingo Way und Stefan Wirner
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Es ist ein merkwürdiges Phänomen: Dem Bedürfnis, von antideutscher Kritik sich abzustoßen, entspringen neudeutsche Liberale, die das meiste von dem verfehlen, was der Liberalismus im Guten enthält. Offenbar ist so etwas wie die Wut auf die eigene Vergangenheit im Spiel oder die Angst, von ihr nicht loszukommen. Je weniger der Zusammenhang, von dem man nichts mehr wissen will, zur Partei werden könnte - und darin liegt etwas von einer leider kaum entfalteten Affinität antideutscher Kritik zu liberalen Traditionen -, desto mehr übt sich, wer seiner überdrüssig wurde, im Jargon repressiver Parteiapparate, die zum Glück nicht wirklich, sondern nur als Blogs existieren. Jeder sein eigenes Politbüro.
"Juden als nützliche Idioten" ist eben nicht zufällig der Text von Way und Wirner (Jungle World 33/08) gegen Stephan Grigats Dossier (32/08) betitelt. Die Lenin zugeschriebene Formel vom "nützlichen Idioten" schlägt allerdings zurück und entlarvt ein Denkvermögen, das nur im entsprechenden Parteiausschlussverfahren auftrumpfen kann. Wenn Stephan Grigat schreibt, "der eine oder die andere Antideutsche jüngeren Semesters sollte besser Adorno lesen als eifrig Hebräisch pauken", macht daraus die Anklage, es werde "der Boykott von Hebräisch-Kursen empfohlen". Nach dieser Methode wird ihm unterschoben, dass er den Zionismus als "Irrweg" sehe und Israel als das Resultat "falscher Schlüsse", welche die Juden aus dem Holocaust gezogen hätten. Das ist vor dem Hintergrund dessen, was Grigat geschrieben hat, so grotesk, dass eigentlich nur noch der Verdacht fehlt, er und seine "Mitstreiter", wie übrigens auch der Mossad, seien vom Iran finanziert.
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Rettung der Natur und Verdrängung des Souveräns: |
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Umweltschutz als antikapitalistischer Wahn
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"Die Natur ist Teile ohne Ganzes." (Alberto Caeiro / Fernando Pessoa) Solange es ein göttliches Subjekt der Geschichte gibt, fungiert Natur lediglich als eine Art Futteral für den Menschen. Das galt auch noch für die letzte Erscheinungsform dieses Subjekts: die vergöttlichte Arbeiterklasse. Marx bewährte sich als Atheist und rettete die Kritik, als er gegen die Verdrängung der Natur im Gothaer Programm polemisierte: "Die Arbeit ist nicht die Quelle alles Reichtums. Die Natur ist ebensosehr die Quelle der Gebrauchswerte (und aus solchen besteht doch wohl der sachliche Reichtum!) als die Arbeit, die selbst nur die Äußerung einer Naturkraft ist, der menschlichen Arbeitskraft."[1] Für die Ideologen der Arbeiterklasse war das die schwerste narzißtische Kränkung, für die Ideologen aller Klassen nur noch von Freuds Trieblehre übertroffen, wonach das Ich daran krankt, daß seine Moral nicht die Quelle allen Glücks ist. |
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